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Hochverarbeitete Lebensmittel – wirklich so problematisch?

25. Okt.
3 Min. Lesezeit


Zeitsparend und oft unwiderstehlich – im Alltag greifen viele Menschen ganz selbstverständlich zu. Schnell etwas aus der Packung, etwas Süßes zwischendurch oder ein unkompliziertes Fertiggericht nach einem langen Tag – das kennen wir alle. Doch was praktisch erscheint, kann unseren Körper stärker belasten, als uns bewusst ist.


Was ist das Problem?

Sie sind ein fester Bestandteil unserer modernen Ernährung geworden und finden sie in großer Auswahl in unseren Supermarktregalen. Dabei geht es bei hochverarbeiteten Lebensmitteln nicht nur um die bekannten "kleinen Sünden" wie Chips, Naschereien oder Fast Food. Auch alltägliche Produkte wie Frühstückscerealien, fertige Brotaufstriche oder Ersatzprodukte für bestimmte Ernährungsweisen können beispielsweise dazugehören - die Liste ist lang. Häufig werden sie dem Verbraucher als gesund oder besonders vorteilhaft suggeriert. Umso wichtiger ist es zu wissen, worauf wir uns beim Kauf einlassen.

Häufig vertreten: Hoher Gehalt an Zucker, Salz und ungünstigen Fetten

Große Mengen und ein häufiger Verzehr solcher Lebensmittel erhöhen das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[1]


Viele Kalorien, wenig wertvolle Nährstoffe

Voller Magen – doch Sättigung bedeutet nicht automatisch, dass unser Körper gut versorgt ist. Manche hochverarbeiteten Produkte liefern reichlich Energie, aber vergleichsweise wenig Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Werden sie häufig gegessen, greifen wir seltener zu nährstoffreichen Lebensmitteln wie z. B. Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.


Aromen, Farb- und andere Zusatzstoffe

Die Zutatenliste liest sich manchmal wie eine kleine Chemie-Lektion. Nicht alle sind pauschal als schädlich einzustufen. Entscheidend sind die Art und Menge der verwendeten Stoffe sowie die Gesamtzusammensetzung des Lebensmittels. Dennoch kann ein langfristiger Verzehr bestimmter Stoffe gesundheitliche Risiken mit sich bringen.


Warum können wir oft nicht aufhören?

Der Grund ist die Zusammensetzung der Zutaten. Die Kombination aus Zucker, Fett, Salz und bestimmten Aromen kann das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren und den Wunsch nach mehr verstärken. Gleichzeitig benötigt unser Körper Zeit, um Sättigungssignale wahrzunehmen. So kann es passieren, dass wir mehr essen als nötig. Zu den ohnehin ungünstigen Nährstoffen kommt also eine erhöhte Kalorienaufnahme.

Eine kontrollierte Studie mit Erwachsenen in den USA zeigte, dass die Teilnehmenden während einer Ernährung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln durchschnittlich rund 500 kcal pro Tag mehr aufnahmen als während einer Ernährung mit wenig oder nicht hochverarbeiteten Lebensmitteln.[2]


Was passiert in unserem Darm?

In unserem Darm lebt eine Vielzahl von Mikroorganismen, die gemeinsam als Darmmikrobiom bezeichnet werden. Sie unterstützen unter anderem die Verdauung, beeinflussen Stoffwechselprozesse und stehen in enger Wechselwirkung mit unserem Immunsystem.

Besonders wichtig sind dabei Ballaststoffe: Sie dienen den "guten" Darmbakterien als Nahrungsgrundlage und fördern die Bildung kurzkettiger Fettsäuren. Diese tragen unter anderem zur Versorgung und Funktion der Darmschleimhaut bei, die eine wichtige Barriere bildet und an der Aufnahme von Nährstoffen beteiligt ist. Die geringen Mengen an Ballaststoffen in vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln können also zulasten dieses funktionierenden Systems gehen.[3]

Auch die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren essenziellen Nährstoffen spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit. Werden sie langfristig nicht in ausreichender Menge aufgenommen, können wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt und bestimmte Erkrankungen begünstigt werden.


Unser Körper verdient mehr als schnelle Sattmacher

Es geht nicht darum, jedes Fertigprodukt zu verteufeln oder sich alles zu verbieten. Entscheidend ist, was wir überwiegend essen und womit wir unseren Körper täglich versorgen. Er leistet Tag für Tag Erstaunliches - erneuert unzählige Zellen, reguliert Stoffwechselprozesse und hält unser Immunsystem aufrecht. Dafür benötigt er die richtigen Nährstoffe.


Was können wir tun?

Schärfen wir unser Bewusstsein! Entdecken wir, wie bunt, lecker und unkompliziert Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln sein kann. Lass uns herausfinden, was zu dir passt - es ist einfacher, als du denkst.





[1] Nazlican Erdogan Gövez et al. (2025). Ultra-Processed Foods and Cardiometabolic Health: A Review of Current Evidence.

[2] Yang Cai et al. (2020). Microbiota-dependent and -independent effects of dietary fibre on human health.

[3] Hall KD et al. (2019). Cell Metabolism, 30(1), 67–77.e3.




 
 
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